UX Prototyping for complex products
UX Prototyping für komplexe Produkte
UX Prototyping für komplexe Produkte
UX Prototyping ist die Übersetzung von Konzepten in erfahrbare Artefakte, bevor diese in die Entwicklung gehen. Ein Prototyp ist ein testbares Modell einer Lösung — von einfachen Wireframes über klickbare Interaktionsprototypen bis zu High-Fidelity-Simulationen, die das spätere Produkt visuell und funktional abbilden. Der Kernnutzen: Annahmen über Nutzungsabläufe, Informationsarchitektur und Interface-Logik werden geprüft, bevor die Umsetzung Entwicklungsbudget bindet. Fehler, die im Prototyp auffallen, kosten einen Bruchteil dessen, was sie nach dem Launch kosten.
Splore entwickelt Prototypen für Unternehmen, deren Produkte in komplexen professionellen Kontexten eingesetzt werden — Fachanwendungen, Steuerungssysteme, Medizintechnik. Die Prototypen entstehen aus Research-Erkenntnissen: Beobachtete Bedürfnisse und dokumentierte Schmerzpunkte werden in Konzepte und daraus in Abläufe übersetzt, die Fachpersonal bewerten kann, bevor eine Zeile Code geschrieben wird. Das ist „Designing the Right Thing“ im wörtlichen Sinn: prüfen, ob das Richtige gebaut wird, bevor die Umsetzung beginnt.
Wozu Prototyping
Produktteams in komplexen B2B-Umfeldern treffen Umsetzungsentscheidungen unter Unsicherheit: Ist der geplante Workflow verständlich? Bildet die Informationsarchitektur ab, wie Fachpersonal tatsächlich arbeitet? Stimmen die Annahmen über Nutzungshäufigkeit und Reihenfolge?
Ein Prototyp macht diese Fragen verhandelbar. Statt über Spezifikationsdokumente zu diskutieren, erleben Beteiligte den geplanten Ablauf. Das verändert die Qualität der Entscheidung: Probleme, die im Dokument abstrakt bleiben, werden im Prototyp offensichtlich. Das Team sieht, wo der Ablauf stockt, wo Information fehlt, wo die Bedienlogik der Arbeitsrealität widerspricht.
Prototyping lohnt sich besonders vor kostspieligen Umsetzungsentscheidungen: vor einem Redesign, vor der Einführung neuer Produktbereiche, vor der Migration auf eine neue Plattform.
Von der Erkenntnis zum Konzept
Zwischen Research und Prototyp liegt ein Schritt, der häufig übergangen wird: die Konzeptentwicklung. Research liefert Befunde — beobachtete Bedürfnisse, dokumentierte Schmerzpunkte, belegte Annahmen. Doch Befunde allein sind noch keine Lösung. Der Konzeptionsschritt übersetzt Erkenntnisse in tragfähige Konzepte: Lösungsansätze, die Nutzerbedürfnisse, Geschäftsziel und technische Realität zusammenbringen.
Erst wenn ein Konzept steht, beginnt das Interaktionsdesign — die Übersetzung in Abläufe, Screens und Prototypen. Der Prototyp prüft damit nicht nur, ob eine Bedienoberfläche funktioniert, sondern ob das zugrunde liegende Konzept selbst trägt. Das ist der Unterschied zwischen „sieht benutzbar aus“ und „löst das richtige Problem“. Wer diesen Schritt überspringt, prototypisiert Annahmen statt Konzepte — und bemerkt das erst in der Entwicklung.
Vom Wireframe zum Interaktionsprototyp
Die Detailtiefe eines Prototyps richtet sich nach der Fragestellung.
**Wireframes und Strukturskizzen** zeigen Aufbau und Informationshierarchie, ohne visuelle Gestaltung. Sie eignen sich für frühe Entscheidungen: Welche Inhalte gehören auf welchen Screen, wie ist die Navigation aufgebaut, welche Schritte umfasst ein Workflow? Wireframes sind schnell erstellt und schnell verworfen, genau das ist ihr Vorteil.
**Klickbare Prototypen** machen Abläufe erfahrbar. Beteiligte klicken sich durch den geplanten Workflow und erleben Übergänge, Fehlerzustände und Verzweigungen. Diese Stufe ist der häufigste Prototyping-Einsatz bei Splore: detailliert genug für belastbare Aussagen, schlank genug für zügige Anpassungen.
**High-Fidelity-Simulationen** bilden das spätere Produkt visuell und in der Interaktionslogik weitgehend ab. Sie eignen sich für Situationen, in denen der visuelle Kontext die Nutzungsentscheidung beeinflusst, etwa bei Fachanwendungen mit dichter Datenvisualisierung.
Prototyp im Produktprozess
Der Prototyp verbindet zwei Phasen: Research-Erkenntnisse liefern die Grundlage — was brauchen die Anwendenden, wo entstehen Fehler, welche Annahmen sind belegt? Der Prototyp übersetzt diese Erkenntnisse in eine erfahrbare Form, die im Produktteam bewertet und iteriert wird. Ob der Entwurf die gestellte Frage beantwortet, zeigt sich in der evaluativen Prüfung mit Anwendenden — dort wird beobachtet, wie Fachpersonal mit dem Prototyp umgeht, und die Ergebnisse fließen in die nächste Iteration.
Am Ende dieses Zyklus steht ein validierter Entwurf. Von hier führt der Weg in die systematisierte Gestaltung — aus dem bewährten Prototyp werden Komponenten, Patterns und dokumentierte Entscheidungen, die über das einzelne Feature hinaus Bestand haben.
Wo es um strategische Richtungsentscheidungen geht, dient der Prototyp auch als Vehikel der Produkt Vision: ein greifbares Zukunftsbild, das Teams und Stakeholder auf ein gemeinsames Ziel ausrichtet.
Beispielprojekte
Krones: Bedienkonzepte für die Connected HMI
Splore entwickelte klickbare Bedienkonzepte für die zentrale Maschinensteuerung von Krones. Neue Bedienabläufe wurden als Prototypen erfahrbar gemacht und im Entwicklungsteam iteriert.
Siemens Healthineers: Prototypen für klinische Workflows
Splore übersetzte klinische Anforderungen in interaktive Prototypen für spezialisierte Befund-, Diagnose- und Therapie-Workflows. Die Prototypen machten komplexe Bedienabläufe erfahrbar, bevor die technische Umsetzung begann.
Honic: UX-Konzepte für eine HealthTech-Plattform
Greifbare UX-Konzepte und Designs zur Validierung in kurzen Zyklen, als Entscheidungsgrundlage für Team und Investoren. Die Vision wird damit fürs Management klar und verständlich.

Sprechen Sie mit uns über Ihr Prototyping-Vorhaben
Sprechen Sie mit uns über Ihr Prototyping-Vorhaben
Sie stehen vor einer Umsetzungsentscheidung und wollen den geplanten Ablauf prüfen, bevor die Entwicklung startet? Wir schauen auf Ihr Vorhaben und schlagen Ihnen die Lösung vor, die dazu passt — mit der passenden Fidelity-Stufe.
FAQ
Ein Wireframe zeigt die Struktur und den Aufbau eines Screens — welche Inhalte wo stehen, wie die Navigation funktioniert. Ein Prototyp macht Abläufe erfahrbar: Beteiligte klicken sich durch einen Workflow und erleben Übergänge, Zustände und Verzweigungen. Wireframes sind häufig der Ausgangspunkt, aus dem klickbare Prototypen entstehen.
Sobald eine Umsetzungsentscheidung ansteht, deren Kosten im Fehlerfall hoch wären. Typische Anlässe: ein Redesign, die Einführung neuer Produktbereiche, ein Plattformwechsel. Je teurer die Umsetzung, desto mehr spart ein früh geprüfter Entwurf.
Ja. In vielen Projekten entwickeln wir Prototypen iterativ mit den Nutzenden aus der Zielgruppe zusammen — konzipieren, testen, anpassen, wiederholen. So entsteht die passende Lösung schneller, als wenn Entwurf und Prüfung getrennte Phasen wären. Methoden und Vorgehen der Validierung beschreibt die Seite UX Research.