Siemens Healthineers
UX Produkt Vision für eine integrierte Lösung in der Medizintechnik
Splore arbeitet als Teil des internen UX-Teams von Siemens Healthineers an der Schnittstelle von UX Research, UX Prototyping und strategischer Konzeption. Für eine neue Produktgeneration in der interventionellen Radiologie entwickelte Splore eine UX Produkt Vision: ein erfahrbares Zielbild, das komplexe klinische Workflows verständlich macht und als Orientierung für Entwicklung und Produktmanagement dient.
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers gehört zu den weltweit führenden Anbietern von bildgebenden Systemen, Labordiagnostik und innovativen Therapie- und Servicelösungen. Das Unternehmen entwickelt Technologien, die Ärzt:innen dabei unterstützen, Krankheiten präziser zu erkennen, besser zu behandeln und die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.
Ausgangssituation
Für die Entwicklung einer neuen, systemübergreifenden Produktgeneration suchte Siemens Healthineers eine klare UX Vision. Der Anwendungskontext ist die interventionelle Radiologie, ein Bereich, in dem zwei Bildgebungsmodalitäten, CT und Angiographie, in einem System zusammenkommen und gemeinsam gesteuert werden.
Interventionelle Radiolog:innen und radiologisches Fachpersonal arbeiten dabei unter hoher kognitiver Last. Viele Arbeitsschritte müssen manuell koordiniert werden, damit der Workflow einer Intervention funktioniert. Ziel war es, die zentralen Bedürfnisse dieser Anwendenden zu verstehen und daraus ein konsistentes Nutzererlebnis abzuleiten — ein Zielbild, das Orientierung für die kommende Produktgeneration gibt. Typisch für Splores Arbeit: komplexe Workflows verstehen, Abhängigkeiten erkennen und daraus Optimierungen ableiten, die die Komplexität für die Anwendenden verringern.
Unser Ansatz
Wie lässt sich eine übergreifende UX Vision entwickeln, die als Zielbild Orientierung gibt, zentrale Bedürfnisse der Anwendenden adressiert und Entwicklungsentscheidungen unterstützt?
Der Ausgangspunkt war der Workflow: Wie arbeiten interventionelle Radiolog:innen und radiologisches Fachpersonal tatsächlich mit dem System? Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten? Und wo erzeugt das System Komplexität, die nicht dem klinischen Ablauf dient, sondern ihn verlangsamt?
Die Herausforderungen
1. Vielfältige Stakeholdergruppen mit individuellen Anforderungen
2. Integration unterschiedlicher Modalitäten und Systeme
3. Komplexe, sicherheitsrelevante Bedienabläufe und strenge Regulierungen
4. Hoher Anspruch an Nutzerakzeptanz und regulatorische Nachvollziehbarkeit
5. Bedarf nach strategischer UX-Governance für zukünftige Entwicklungen
UX Produkt Vision
Entwicklung eines systemübergreifenden Zielbildes für das zukünftige Nutzererlebnis, konkret in Form einer Storyline als Pitch-Präsentation mit 3D-Renderings der Workflow-Situationen und Simulationen der UX. Die Storyline basiert auf den Erkenntnissen aus UX Research sowie UX Prototyping, macht das Zielbild für Stakeholder erfahrbar und skizziert erste Schritte in Richtung Realisierung.
Unser Service
Als Teil des internen UX-Teams begleitet Splore die Produktentwicklung in der Medizintechnik bei Siemens Healthineers seit mehreren Jahren. In diesem Projekt arbeitete Splore als IX Designer: Konzepte erstellen, das Team beraten, Erkenntnisse aus der Research in erfahrbare Lösungen übersetzen.
Die Zusammenarbeit folgte einem klaren Dreischritt: verstehen, was die Anwendenden brauchen. Daraus Lösungen ableiten, die sich testen lassen. Und diese Lösungen zu einem Zielbild verdichten, das Entwicklung und Management eine gemeinsame Richtung gibt. Drei Leistungsbereiche griffen dabei ineinander:
Identifikation latenter Nutzerbedürfnisse, zentraler Herausforderungen und Optimierungspotenziale. Die Research folgte einem qualitativen Ansatz mit mehr als zehn Teilnehmenden: Remote-Interviews in den USA und Japan, On-site-Beobachtungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Portugal. Befragt und beobachtet wurden interventionelle Radiolog:innen und radiologisches Fachpersonal, die täglich mit dem System arbeiten.
Die zentrale Erkenntnis wurde zum Wendepunkt des gesamten Projekts: Es braucht heute ein ganzes Team, das viele manuelle Tätigkeiten koordiniert ausführen muss, damit der Workflow einer Intervention funktioniert. Genau hier können Systeme in Zukunft deutlich mehr leisten, durch Automatisierung und Guidance, die den Anwendenden hilft, sich auf die eigentliche klinische Aufgabe zu konzentrieren.
Diese Erkenntnis trug den Übergang von Research zu Vision. Sie veränderte den Blick des Produktteams und machte deutlich, dass die nächste Produktgeneration nicht einzelne Funktionen verbessern muss, sondern den Workflow als Ganzes neu denken sollte. Das eigentliche Potenzial liegt nicht in der Optimierung einzelner Schritte, sondern darin, wie das System die Zusammenarbeit im klinischen Team unterstützt.
Übersetzung der Erkenntnisse in Konzepte: testbare, interaktive Prototypen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und Validierung mit Anwendenden und zur internen Kommunikation. Die Prototypen machten die Erkenntnisse aus der Research für das gesamte Produktteam erfahrbar und diskutierbar.
In einem interdisziplinären Team aus Entwicklung, Produktmanagement und Design reicht eine Beschreibung nicht aus, um ein gemeinsames Verständnis herzustellen. Erst ein erfahrbares Konzept — ein Prototyp, durch den sich ein Workflow tatsächlich durchspielen lässt — macht Zusammenhänge sichtbar und Designentscheidungen konkret bewertbar. Die Prototypen dienten so als Brücke zwischen der Research-Erkenntnis und dem späteren Zielbild: Sie zeigten, wie ein Workflow aussehen könnte, bevor die erste Zeile Produktionscode geschrieben wird.




Das Ergebnis
Die UX Vision wurde zur verbindenden Klammer – für Entwicklung, Management und Kommunikation.
1.
Klares, evidenzbasiertes UX-Zielbild für Produkt- und Entwicklungsteams
2.
Fundierte Grundlage für Designentscheidungen & Priorisierungen für Roadmaps
3.
Einbindung aller relevanten Stakeholdergruppen
4.
Ableitung konkreter Features und Anforderungen für nächste Produktgenerationen
5.
Etablierung des nutzerzentrierten Designprozesses als Innovationsmethode
Die eigentliche Wirkung einer UX Produkt Vision zeigt sich allerdings nicht in einer Ergebnisliste. Was dieses Projekt wirklich verändert hat: Technisch denkende Produktmanager haben durch die erfahrbaren Konzepte ein Gespür für die Bedürfnisse und Pain Points der Anwendenden entwickelt — und daraus neue Ideen für ihr Produkt abgeleitet. Die Vision dient als Zielbild und wird immer wieder herangezogen, wenn es um die Frage geht, wohin sich das Produkt entwickeln soll.
Das zeigt, wofür eine UX Produkt Vision da ist: nicht als einmaliges Deliverable, sondern als strategisches Werkzeug, das ein gemeinsames Verständnis schafft und Entwicklungsentscheidungen über Jahre hinweg orientiert. Als Ausbaustufe lässt sich eine UX Produkt Vision zur Portfolio Vision weiterentwickeln: Sie ermöglicht es Produktmanagern und Portfoliomanagern, die Storyline des zukünftigen Portfolios aus Kundensicht zu erzählen und damit bis auf C-Level-Ebene zu kommunizieren.
Kund:innenstimmen
»Es sollte das perfekte Produkt entworfen werden – ohne Voreingenommenheit und unabhängig vom Entwicklungsprozess. Die Kundenbedürfnisse wurden professionell erhoben und dokumentiert. Das Ergebnis: eine klare Produkt-Vision mit Renderings, die für künftige Schritte Orientierung bietet.«

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Melden Sie sich unverbindlich. Splore-Gründer Jona Rammler ist Experte für die Entwicklung von Produkt Visionen und freut sich auf einen Austausch.
FAQ
Der Case zeigt, wie eine UX Produkt Vision entsteht, wenn der Ausgangspunkt nicht die Technologie ist, sondern der Workflow der Anwendenden. Splore hat als Teil des internen UX-Teams komplexe klinische Abläufe in der interventionellen Radiologie untersucht und daraus ein Zielbild entwickelt, das Entwicklung und Produktmanagement eine gemeinsame Richtung gibt. Weitere Projekte finden Sie in der Cases-Übersicht.
Eine UX Produkt Vision ist ein strategisches Zielbild, das auf Erkenntnissen aus UX Research basiert und zeigt, wie ein Produkt in Zukunft aussehen und funktionieren soll. Maßgeblich ist dabei, was aus Nutzersicht wünschenswert ist; Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit werden im nächsten Schritt erhoben. Sie macht die Zukunft eines Produkts erfahrbar und dient als Orientierung für Entwicklungsentscheidungen.
Die Research folgt einem qualitativen Ansatz, der Remote-Interviews und Beobachtungen vor Ort kombiniert. Befragt und beobachtet werden die Menschen, die täglich mit dem System arbeiten — in diesem Fall in mehreren Märkten, von den USA und Japan bis nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz und nach Portugal. Ziel ist es, latente Bedürfnisse und Optimierungspotenziale zu identifizieren, die sich nur im realen Arbeitskontext zeigen. Mehr zum Vorgehen auf der Seite UX Research.
Ein Prototyp macht eine konkrete Lösung erfahrbar und überprüfbar. Er dient dazu, einzelne Konzepte mit Anwendenden zu testen und im Team zu diskutieren. Eine UX Produkt Vision geht einen Schritt weiter: Sie verdichtet die Erkenntnisse aus Research und Prototyping zu einem systemübergreifenden Zielbild, das über einzelne Funktionen hinausreicht und Entwicklungsentscheidungen über einen längeren Zeitraum orientiert.
